5 Gründe: Warum du keine Masken verschenken solltest!

In diesem Beitrag möchte ich dir einige Gründe aufzeigen, die ganz klar dagegen sprechen Masken umsonst zu nähen und diese zu verschenken. Natürlich kannst du Masken für deine Familie und für deine engsten Freunde nähen, also für die Menschen, die du auch so benähen würdest.

Ja, es ist ein großartiges Gefühl, dass die Hobbyschneider und Selbstständige mit kleinen Labels auf einmal so gefragt sind, wie noch nie. Ja, wir können etwas, dass der Gesellschaft hilft! Müssen wir es deswegen kostenlos anbieten? Nein!

Während in den letzten hundert Jahren die Produktion praktisch aller Textilien ins Ausland verlegt wurde und Nähen nur als nettes Hobby für Omis angesehen wurde, ist diese Fähigkeit endlich mal gefragt. Warum sollten wir uns diese Chance entgehen lassen? Genau jetzt ist der Zeitpunkt, um Wertschätzung auch in Form von Geld für diese Arbeit zu verlangen.

Glaubst du nicht, dass große Textilfirmen bereits dabei sind, ihr Maskengeschäft zu planen? Glaubst du, diese großen Textilketten werden ihre Masken aus Solidarität spenden?

5 Gründe: Warum du Masken nicht verschenken solltest

Hier sind die fünf Hauptgründe, warum du keine Masken verschenken solltest:

1. Kosten

Der erste Punkt liegt auf der Hand. Nämlich, dass dir selbst Kosten entstehen. Das Material für die Masken kostet Geld. Deine Nähmaschine hat Geld gekostet. Du bezahlst Strom.

2. Arbeitszeit

Die Zeit, die du in die Produktion der Masken steckst, fehlt dir an anderer Stelle, in der du eventuell Geld verdienen könntest. Zu der Arbeitszeit gehört im Übrigen nicht nur das Nähen selbst. Auch die Materialbeschaffung, der Zuschnitt, das Versenden oder Austeilen der Masken gehört zu der Zeit, die du verschenkst.

3. Konkurrenz

Ein Thema welches in verschiedener Hinsicht immer mal wieder in der Nähszene auftaucht. Nämlich, dass Hobbyschneider, das Geschäft oder Ansehen derjenigen runterziehen, die versuchen sich ein Business aufzubauen. Genau genommen könntest du dadurch, dass du keine Masken verschenkst, der gesamten Szene helfen. So könnten sich Menschen, die etwas tun, dass sie lieben ein Geschäft aufbauen, von dem sie auch leben könnten. Stell dir mal vor, keine einzige Person hätte Masken verschenkt. Tausende Masken würden verkauft werden. Auf einmal gäbe es in Deutschland wieder mehrere Firmen, die Menschen einstellen könnten, die gerne nähen.

4. Politik

Und was ist mit der Solidarität, gegenüber Personen die Arbeitsplätze haben, durch die sie besonders gefährdet sind? Sollte man denen nicht helfen? Ja natürlich soll diesen Personen geholfen werden. Aber ist es deine Aufgabe, im wahrsten Sinne des Wortes, auszubügeln, was in der Politik nicht funktioniert? Wenn es möglich ist, Milliarden für zum Beispiel Panzer auszugeben, sollte es dann nicht möglich sein, Masken für diejenigen bereitzustellen, die sich um Menschen kümmern? Es gibt eine angeordnete Maskenpflicht. Ich finde, wenn es einer Einzelperson oder auch Firma/Institution aufgrund ihrer finanziellen Lage nicht möglich ist, Masken zu kaufen, dann muss es eine Möglichkeit geben, Geld dafür vom Staat zu beantragen. Es ist nicht die Aufgabe von Hobbyschneidern, Missstände auszugleichen.

5. Wertschätzung

Persönlich finde ich einen Preis um die 10€ für eine Maske, die man lange Zeit wiederverwenden kann völlig in Ordnung. Je nach Material kann es sogar mehr sein. Wie auch immer, wenn jemand Geld für etwas bezahlt, dann ist dass eine Wertschätzung für deine Mühe. Und in der Regel ist es sogar so, dass Dinge, für die man Geld bezahlt hat, mehr Wertschätzung erfahren. Wir können etwas, dass viele andere nicht können und jetzt wäre der Zeitpunkt, um zu vermitteln, dass diese Fähigkeit, die verdiente Anerkennung bekommt. Genau, wie die Pflegekräfte, die sich von dem Applaus nichts kaufen können, brauchen wir mehr als das Prädikat „fleißige Helfer mit großem Herz“. Günstige Textilhäuser, haben durch ihre unfaire Produktion im Ausland, die Preise für Selbstgenähtes kaputtgemacht. Kaum jemand, der nicht näht, weiß, wie viel Arbeit in etwas Selbstgenähtem steckt, weil er es mit Preisen aus diesen Geschäften vergleicht. Jetzt ist der Zeitpunkt, um gemeinsam als Szene zu vermitteln, welche Preise fair hergestellte Produkte kosten müssen.

Weitere Gedanken und Umfrage Ergebnisse

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Auf Instagram habe ich übrigens auch eine Umfrage zu dem Thema gemacht und natürlich kamen dabei ganz unterschiedliche Antworten zu den Fragen. Wobei viele es doch ähnlich gesehen haben, wie ich. Auch bei den Preisen, die für Masken genommen werden, gab es unterschiedliche Meinungen. Manche berechnen 3-5€, also nehmen eher nur die Materialkosten. Viele allerdings, nehmen einen Preis von ca. 10€. Eine schöne Idee fand ich, 10€ zu nehmen und von jeder verkauften Maske 2€ zu spenden. 

Ein Gedanke, der häufig genannt wurde, ist, dass man sich nicht in einer Krise oder der Not anderer bereichern möchte. Und das finde ich schon einen herzensguten Gedanken. Natürlich wäre es schön, wenn wir in einer Welt leben würden, wo zum Beispiel die absoluten Grundbedürfnisse keine Kosten verursachen. Aber es gibt Firmen, die nehmen Miete, verdienen daran Trinkwasser zu verkaufen und der Supermarkt verschenkt auch kein Essen, wenn jemand gerade knapp bei Kasse ist. Ob sich das mit dem Verschenken von Masken ändern lässt, ist fraglich. 

Aus Business Sicht kann ich eines sagen: es ist allgemein bekannt, dass ein erfolgreiches Business daraus entsteht, dass es Probleme von Menschen löst. 😉

Deine Businessfreundin Eliza!

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